Bewusst konsumieren und solidarisch Verantwortung teilen.

Mit einem solidarischen Prinzip transformiert sich der Mannheimer Unverpacktladen grünkern zu einem gemeinschaftsbasierten Konzept. Im Stadtteil Lindenhof bietet grünkern unverpackte Bio-Lebensmittel, Reinigungsmittel sowie Produkte des täglichen Bedarfs an.

Von Darlene Podhajsky und Bianca Kollinger

Ideologisch betriebene Unternehmen haben es schwer!
Die Idee finden meistens alle gut.

Doch von Applaus für die gute Sache lässt sich nicht leben.
Existenzielle Sicherheit zählt für die beiden Inhaber:innen allerdings zur Basis von sozialer Nachhaltigkeit. Mit einem solidarischen Konzept machen sie ihrer Kundschaft nun bewusst, dass der unverpackte Einkauf bei grünkern bisher lediglich aufgrund ihrer ideologischen Arbeit möglich war und wie sich das ändern lässt.

Der grüne Kern übernimmt Verantwortung für das Fortbestehen des Ladens.

Für mehr Planungssicherheit bilden sie den „grünen Kern“. Dessen Mitglieder übernehmen Anteile der Kosten und somit auch aktiv Verantwortung für das Bestehenbleiben ihres lokalen Unverpacktladens. Die monatlichen Anteile erhalten Mitglieder in Form eines Gutscheins, der im Laden beim regulären Einkauf eingelöst wird. Zukünftig soll grünkern dadurch krisenfester und finanziell unabhängiger von marktwirtschaftlichen Strukturen agieren können.
Je nach Möglichkeiten, übernehmen die Mitglieder des grünen Kerns mit ihren Anteilen finanzielle Verantwortung. Als Teil der Gemeinschaft zeigen sie dem Team – der „grünkern Bande“ – Wertschätzung und bieten existenzielle Sicherheiten. Im Umkehrschluss bleibt ihnen der lokale Unverpacktladen erhalten. Dabei ist durch die Nahbarkeit und Transparenz jederzeit sichtbar, wo und für wen das Geld eingesetzt wird.

Vielen ist bei ihrem Einkauf gar nicht bewusst, wie wertvoll dieser für lokale Läden ist.

Volle Offenlegung von Bedürfnissen steht im Vordergrund.
Für beide Seiten versteht sich. Der grüne Kern ermöglicht direkte Kommunikation, um auch die Bedürfnisse der Mitglieder zu erfahren. Zum Beispiel in Form von Produktwünschen.
Diese konnten selbstverständlich auch vorher geäußert werden. Allerdings optimiert der direkte Zugang zu einer Gemeinschaft die Sicherheit, dass weiterhin keine Lebensmittel verschwendet und Produkte keine Ladenhüter werden. Wären die Kosten des Unverpacktladens durch die Gemeinschaft komplett finanziert, ermöglichte das auch weitere Kapazitäten für Visionen von grünkern. Die Inhaber:innen möchten aktiver darauf aufmerksam machen, dass plastikfreie Bio-Lebensmittel kein Privileg, sondern Grundbedürfnis sein müssen. Ein solidarisches Konzept würde dies vorantreiben und regional zugänglicher machen.